Balkonkraftwerk in Dresden: Ertrag und Ersparnis 2026
Am Südostbalkon erzeugen 900 Wp in Dresden rund 645 kWh im Jahr; ein Einpersonenhaushalt mit 1.500 kWh spart damit 112 €.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Ersparnis pro Jahr
156 €
687 kWh Solarstrom, 63 % davon selbst genutzt
| Erzeugung im Jahr | 687 kWh |
|---|---|
| davon im Haushalt genutzt | 431 kWh · 63 % |
| ins Netz, ohne Vergütung | 256 kWh |
| vom Wechselrichter abgeregelt (800 VA) | 2 kWh |
| Ersparnis auf der Stromrechnung | 156 € |
| Amortisation | 2,9 Jahre |
| Ersparnis über 20 Jahre | 3.123 € |
Rechenweg Schritt für Schritt
- PLZ 01067 (Region Dresden): 1.071 kWh je kWp bei 35° Süd laut PVGIS für den Mittelpunkt der Postleitzahl.
- Neigung 90° und gewählte Himmelsrichtung: 765 kWh je kWp. Mal 0,90 kWp: 689 kWh vor dem Wechselrichter.
- Viertelstunde für Viertelstunde gegen 74 gemessene Haushalte mit 2.500 kWh im Jahr: 63 % des Stroms nutzt der Haushalt selbst.
- 431 kWh × 36,2 ct = 156 € im Jahr; 450 € Kaufpreis ÷ Ersparnis = Amortisation.
Schätzung mit dem mittleren Wetter 2005 bis 2023 (PVGIS) und gemessenen Haushaltslasten. Ein einzelnes Jahr weicht um einige Prozent ab. So rechnen wir
Dresden gehört zu den Großstädten, in denen Balkonkraftwerke am weitesten verbreitet sind: Das Marktstammdatenregister führt 6.668 Steckersolargeräte in Betrieb, 11,8 je 1 000 Einwohner und damit Platz 3 unter 15 verglichenen Städten, wenn auch unter dem Bundesschnitt von 18,3. Auf jede Solaranlage auf einem Dresdner Gebäude kommen 0,76 Steckergeräte. PVGIS rechnet für die Postleitzahl 01067 mit 1.071 kWh je Kilowatt Peak bei 35 Grad Süd, Platz 6. Bemerkenswert ist das Winterhalbjahr: November bis Februar bringen 16,5 % des Jahresertrags, mehr als in fast allen anderen Städten des Vergleichs. Ein Gerät mit 900 Wp senkrecht nach Südosten liefert rund 645 kWh, nach Süden 687 kWh, nach Südwesten 629 kWh. Ein Single mit 1.500 kWh Verbrauch nutzt am Südostbalkon 48 % davon selbst und spart bei 36,2 Cent je Kilowattstunde 112 € im Jahr, sodass sich 450 € Anschaffung nach 4,0 Jahren bezahlt machen.
Dresden zwischen Elbtal und Register
| Wert | Dresden | Einordnung |
|---|---|---|
| PVGIS-Ertrag je kWp, 35° Süd | 1.071 kWh | Platz 6 von 15 |
| Anteil November bis Februar | 16,5 % | Platz 3 von 15 |
| Steckersolargeräte je 1 000 Einwohner | 11,8 | Platz 3, Bund 18,3 |
| Steckergeräte je Gebäudeanlage | 0,76 | Platz 2 |
| Gebäudeanlagen in Volleinspeisung | 18 % | Platz 2, Bund 22 % |
| Dachanlagen nach Südost oder Südwest | 35 % | nach Süden 36 % |
Wenn die Tage kurz werden
Im Sommer unterscheiden sich die Großstädte kaum, im Winter sehr wohl. Dresden holt aus den vier dunklen Monaten 16,5 % seines Jahresertrags und steht damit auf Platz 3 im Vergleich, deutlich vor Hamburg mit 13,1 %. Ein Gerät mit 900 Wp senkrecht nach Süden kommt im Dezember auf 23,4 kWh, im Januar auf 22,6 kWh. Das deckt bei einem Single etwa den Strom für Kühlschrank und Router an sonnigen Tagen, mehr nicht.
Für die Entscheidung heißt das: Rechnen Sie die Ersparnis mit dem Jahreswert, nicht mit einem schönen Junitag. Senkrecht hängende Module haben im Winter einen Vorteil, weil die tiefe Sonne sie fast im rechten Winkel trifft; flach aufgeständerte holen im Sommer mehr, im Dezember kaum. Der Ratgeber zum Ertrag eines Balkonkraftwerks zeigt den Monatsverlauf für jede Postleitzahl.
Talkessel, Hänge und Rasterpunkt
Die Altstadt liegt im Elbtal, die Stadt steigt zu beiden Seiten an, im Norden zur Dresdner Heide, im Süden zu den Hochflächen Richtung Erzgebirge. Der PVGIS-Rasterpunkt, aus dem der Ertrag für 01067 stammt, liegt auf 362 m und damit höher als das Elbufer. Den Geländehorizont berechnet PVGIS aus einem Höhenmodell; einzelne Häuserzeilen und Bäume kennt es nicht. Wer unten am Fluss zwischen hohen Gründerzeitfassaden wohnt, verliert eher etwas Sonne als jemand am Südhang des rechten Elbufers, wo seit Jahrhunderten Wein wächst.
Schatten von Nachbarhäusern tragen Sie im Rechner oben als Verschattung ein. Schon ein Fünftel Verschattung senkt den Jahresertrag spürbar, die Ersparnis aber weniger stark, weil der Haushalt die verbleibenden Kilowattstunden fast vollständig selbst nutzt.
Südost oder Südwest am Elbbalkon
Im Register zeigen 35 % der Dresdner Dachanlagen nach Südost oder Südwest, mehr als in den meisten anderen Großstädten; rein nach Süden sind es 36 %. Am Balkon ist die Richtung durch das Haus vorgegeben. Mit 900 Wp senkrecht ergibt sich:
| Balkon | Ertrag im Jahr | selbst genutzt | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Südost | 645 kWh | 48 % | 112 € |
| Süd | 687 kWh | 48 % | 121 € |
| Südwest | 629 kWh | 50 % | 114 € |
Der Südostbalkon liefert vormittags, der Südwestbalkon nachmittags. Wer im Homeoffice arbeitet, nutzt beides; wer erst abends nach Hause kommt, profitiert vom späteren Strom etwas mehr.
Was die vielen Volleinspeiser bedeuten
18 % der Dresdner Gebäudeanlagen speisen ihren gesamten Strom ins Netz, Platz 2 der Großstädte. Für Balkonkraftwerke spielt das keine Rolle: Steckersolargeräte sind auf Eigenverbrauch ausgelegt, ihr Überschuss fließt ohne Vergütung ins Netz. Wer dagegen über eine Dachanlage nachdenkt, findet die Abwägung auf der Seite Volleinspeisung oder Teileinspeisung.
Ein Single in der Äußeren Neustadt
Altbau, dritter Stock, Balkon zum Hof nach Südosten, 1.500 kWh Verbrauch im Jahr. Das Gerät für 450 € erzeugt 645 kWh, 308 kWh davon ersetzen Netzstrom. Das ergibt 112 € im Jahr und 4,0 Jahre bis zur Amortisation. Zieht später eine zweite Person ein und steigt der Verbrauch auf 2.500 kWh, brächte ein Südbalkon 156 €. Vor dem Anbringen steht die Zustimmung des Vermieters, danach der Eintrag ins Register nach § 5 MaStRV; die Grenzen für Steckersolargeräte stehen in § 8 EEG. Schritt für Schritt erklärt das die Seite Balkonkraftwerk anmelden, den Vergleich mit der Nachbarstadt zeigt Balkonkraftwerk Leipzig.