Photovoltaik-Kosten 2026: was eine Kilowattstunde vom Dach kostet
Bei angenommenen 1.500 € je kWp kostet eine Kilowattstunde vom eigenen Dach im Bundesmittel 7,1 ct, gerechnet über 20 Jahre. Netzstrom kostet 36,2 ct.
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Was Ihre Anlage kostet und was eine Kilowattstunde kostet
Gesamtkosten
15.000 €
| Ertrag im Jahr (Bundesmittel) | 10.523 kWh |
| Kosten je kWh über 20 Jahre | 7,1 ct |
| Mehrwertsteuer | 0 % (bis 30 kWp) |
Was eine Photovoltaikanlage kostet, steht auf dem Angebot; was sie wert ist, zeigt erst der Preis je erzeugter Kilowattstunde. Er ergibt sich aus dem Gesamtpreis geteilt durch die Erzeugung über die 20 Jahre der festen Vergütung. Eine 10-kWp-Anlage nach Süden mit 30° Neigung erzeugt im deutschen Mittel laut PVGIS 10.523 kWh im Jahr, also 210.452 kWh in 20 Jahren. Wir setzen keine Marktpreise an, sondern drei Annahmen: Bei 1.200 € je kWp kostet die Kilowattstunde 5,7 ct, bei 1.500 € sind es 7,1 ct, bei 1.800 € 8,6 ct. Zum Vergleich: Netzstrom kostet laut Eurostat 36,2 ct, die Einspeisevergütung bringt 7,70 ct/kWh. Solange der Preis je kWh unter der Vergütung liegt, verdient sogar jede eingespeiste Kilowattstunde; das ist bis rund 1.620 € je kWp der Fall. Auf Module, Speicher und Montage fallen bis 30 kWp 0 % Umsatzsteuer an.
Wofür das Geld ausgegeben wird
Ein Angebot für eine Dachanlage fasst Material und Arbeit zusammen, die sich gut getrennt prüfen lassen. Die Module liefern die Leistung in Kilowatt Peak und machen die Anlage erst vergleichbar. Der Wechselrichter wandelt Gleich- in Wechselstrom und ist das Bauteil, das am ehesten vor dem Ende der Laufzeit getauscht werden muss. Unterkonstruktion, Dachhaken und Kabel hängen von der Dachdeckung ab: Ziegel, Schiefer, Blech und Flachdach verlangen unterschiedliche Systeme. Dazu kommen die Elektroarbeiten, oft der Umbau des Zählerschranks, wenn der alte nicht mehr den heutigen Vorgaben entspricht, sowie Gerüst und Montage. Ein Speicher ist optional und wird am besten als eigener Posten ausgewiesen, damit sich seine Wirtschaftlichkeit getrennt beurteilen lässt.
Eine Liste mit Marktpreisen geben wir bewusst nicht an: Preise je kWp schwanken nach Region, Dach, Anlagengröße und Auslastung der Betriebe, und jede Zahl ohne Quelle wäre eine Behauptung. Nützlicher ist ein Maßstab, an dem Sie jedes Angebot selbst messen können, und das ist der Preis je erzeugter Kilowattstunde.
Vom Angebotspreis zum Preis je Kilowattstunde
Die Rechnung ist einfach. Gesamtpreis geteilt durch die Kilowattstunden, die die Anlage in 20 Jahren erzeugt. Die Erzeugung stammt aus PVGIS: im deutschen Mittel 1.052 kWh je kWp und Jahr bei 30° Süd. Für drei angenommene Preisstufen ergibt sich:
| Annahme je kWp | Gesamtpreis 10 kWp | Bundesmittel | München | Hamburg |
|---|---|---|---|---|
| 1.200 € | 12.000 € | 5,7 ct | 5,3 ct | 6,1 ct |
| 1.500 € | 15.000 € | 7,1 ct | 6,6 ct | 7,6 ct |
| 1.800 € | 18.000 € | 8,6 ct | 8,0 ct | 9,2 ct |
Zwei Vergleichswerte ordnen die Zahlen ein. Der Haushaltsstrompreis liegt laut Eurostat bei 36,2 ct je kWh: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart also die Differenz zwischen diesem Preis und dem Preis aus der Tabelle. Die Einspeisevergütung für Anlagen ab dem 1. August 2026 beträgt laut Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh bis 10 kWp. Liegt der Preis je kWh darunter, verdient auch der eingespeiste Strom etwas. Diese Schwelle erreicht die 10-kWp-Anlage im Bundesmittel bei rund 1.620 € je kWp.
Die Größe der Anlage wirkt in beide Richtungen. Fixe Posten wie Gerüst und Zählerschrank verteilen sich bei mehr Leistung auf mehr Kilowattstunden, deshalb sind größere Anlagen je kWp meist günstiger. Gleichzeitig sinkt der Anteil, den das Haus selbst verbraucht. Welche Größe zu Ihrem Verbrauch passt, rechnet wie viel kWp.
Null Prozent Umsatzsteuer: was das Gesetz abdeckt
Nach § 12 Abs. 3 UStG fällt auf die Lieferung von Solarmodulen an den Betreiber, auf die für den Betrieb wesentlichen Komponenten, auf Speicher und auf die Installation keine Umsatzsteuer an, wenn die Anlage auf oder in der Nähe einer Wohnung oder eines dem Gemeinwohl dienenden Gebäudes installiert wird. Bei einer Bruttoleistung von höchstens 30 kWp laut Marktstammdatenregister gilt diese Voraussetzung als erfüllt, ohne weiteren Nachweis. Ein Angebot für ein Einfamilienhaus sollte deshalb 0 % ausweisen. Wie viel das ausmacht, zeigt der Vergleich: Mit dem Regelsatz von 19 % würde die Anlage aus der mittleren Zeile 17.850 € statt 15.000 € kosten und die Kilowattstunde 8,5 statt 7,1 ct. Was danach steuerlich noch zu beachten ist, steht unter Photovoltaik und Steuer.
Zwei Angebote auf einen Nenner bringen
Angebote unterscheiden sich selten nur im Preis, meist auch in der Leistung, weil jeder Betrieb das Dach anders belegt. Ein Beispiel mit zwei ausgedachten Angeboten zeigt, warum der Gesamtbetrag allein in die Irre führt. Angebot A bietet 8,5 kWp für 14.000 €, Angebot B 11,2 kWp für 16.500 €. B wirkt teurer, kostet aber 1.473 € je kWp gegen 1.647 € bei A. Über 20 Jahre erzeugt A im Bundesmittel 178.885 kWh, B 235.707 kWh; je Kilowattstunde sind das 7,8 ct gegen 7,0 ct. Das größere Angebot liefert den billigeren Strom. Ob sich der Mehrbetrag rechnet, hängt dann davon ab, wie viel des zusätzlichen Stroms Sie selbst nutzen; der Rest bringt nur die Vergütung.
Prüfen Sie dabei, ob beide Angebote denselben Lieferumfang haben. Ein fehlender Zählerschrankumbau oder ein nicht enthaltenes Gerüst macht ein Angebot auf dem Papier billiger, nicht in der Wirklichkeit.
Was nicht im Angebotspreis steht
Im Preis je Kilowattstunde oben fehlen drei Dinge, die Sie selbst ergänzen. Erstens laufende Kosten: Versicherung, die Jahresgebühr des Messstellenbetreibers und eine Rücklage für einen neuen Wechselrichter. Mit angenommenen 150 € im Jahr steigt der Wert der mittleren Zeile auf 8,6 ct. Zweitens Zinsen, wenn Sie finanzieren. Drittens der Ertrag nach dem Ende der Vergütung: Module laufen meist länger als 20 Jahre, und jede weitere Kilowattstunde senkt den Durchschnittspreis. Diese Seite rechnet ihn nicht ein, damit die Zahl auf der vorsichtigen Seite bleibt.
Ob sich der Preis am Ende rechnet, ist eine zweite Frage: Dafür zählt, wie viel Strom im Haus bleibt. Die Antwort mit Überschuss nach 20 Jahren gibt Lohnt sich Photovoltaik?, den Verlauf Jahr für Jahr Amortisation der Photovoltaik.