Balkonkraftwerk Ertrag 2026: was 900 Wp im Jahr und im Monat liefern

Senkrecht am Südgeländer erzeugen 900 Wp im deutschen Mittel 656 kWh im Jahr, schräg mit 35° 949 kWh. Im Juni sind es 82 kWh, im Dezember nur 17 kWh.

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Ertrag Ihres Balkonkraftwerks im Jahr und im Monat

Erzeugung im Jahr (Bundesmittel)

656 kWh

stärkster Monat: Juni82 kWh
Dezember17 kWh
April bis September459 kWh
Mit Ihrer Postleitzahl →

Der Ertrag eines Balkonkraftwerks hängt von drei Größen ab: Modulleistung, Montagewinkel und Wohnort. Ein Set mit 900 Wp, senkrecht nach Süden am Geländer, erzeugt im Bundesmittel 656 kWh im Jahr, rund 1,8 kWh am Tag. Dieselben Module schräg auf 35° gestellt liefern 949 kWh. Über das Jahr ist der Ertrag sehr ungleich verteilt: Von April bis September fallen 459 kWh an, also 70 % des Jahres, im Dezember nur 17 kWh. Zwischen Nord und Süd liegt ein deutliches Gefälle. Senkrecht nach Süden kommt ein 900-Wp-Gerät in Flensburg auf 635 kWh, in Berlin auf 680 kWh und in München auf 727 kWh, 14 % mehr als an der Förde. Die Werte stammen aus PVGIS der EU-Kommission je Postleitzahl, mit 14 Prozent Systemverlusten und Geländehorizont, umgerechnet vom Motor dieser Seite.

Jahresertrag: die drei Stellschrauben

Die Nennleistung der Module legt fest, wie viel Fläche Licht einfängt. Der Montagewinkel entscheidet, wie viel davon senkrecht auftrifft. Und der Wohnort bestimmt, wie viel Sonne überhaupt ankommt. Die Daten kommen aus PVGIS, dem Strahlungsdienst der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, abgefragt über die automatische Schnittstelle für jeden Rasterpunkt Deutschlands. Jeder Postleitzahl ist über das Gemeindeverzeichnis ein Punkt zugeordnet. Der Ertrag ist nach Abzug von 14 Prozent Systemverlusten angegeben, also das, was aus der Steckdose kommt.

Monat für Monat im deutschen Mittel

Süd, Bundesmittel, Monatsanteile der Region Mitte (Kassel) nach PVGIS.
Monat900 Wp senkrecht900 Wp, 35° geneigt
Januar20 kWh30 kWh
Februar34 kWh49 kWh
März59 kWh85 kWh
April76 kWh110 kWh
Mai80 kWh116 kWh
Juni82 kWh118 kWh
Juli82 kWh118 kWh
August75 kWh109 kWh
September64 kWh93 kWh
Oktober44 kWh63 kWh
November23 kWh34 kWh
Dezember17 kWh25 kWh

Der Verlauf ist eine flache Glocke mit dem Gipfel im Juni. Die sechs Monate von April bis September liefern 70 % des Jahresertrags. Im Dezember, dem schwächsten Monat, sind es 17 kWh, ein Bruchteil des Junis. Wer den Ertrag für einen bestimmten Monat und eine andere Modulleistung wissen will, stellt beides im Mini-Rechner oben ein.

Von der Förde bis an den Alpenrand

900 Wp nach Süden, 800 VA, Monatswerte für senkrechte Montage. PVGIS-Wert der jeweiligen Postleitzahl.
Stadtsenkrecht35° geneigtJuniDezember
Flensburg635 kWh871 kWh85 kWh12 kWh
Hamburg633 kWh877 kWh83 kWh14 kWh
Berlin680 kWh941 kWh85 kWh19 kWh
Köln674 kWh932 kWh83 kWh19 kWh
Dresden687 kWh962 kWh83 kWh21 kWh
Frankfurt am Main670 kWh969 kWh83 kWh17 kWh
Stuttgart709 kWh1.009 kWh85 kWh21 kWh
Freiburg im Breisgau712 kWh1.004 kWh83 kWh25 kWh
München727 kWh1.016 kWh83 kWh27 kWh

Das Gefälle verläuft grob von Nord nach Süd, aber nicht gleichmäßig. Berlin und Dresden liegen trotz ihrer nördlicheren Lage nahe an Frankfurt, weil das kontinentale Klima im Osten mehr klare Tage bringt als das maritime im Westen. Köln am Niederrhein liegt etwas darunter. Den höchsten Wert der Liste hat München mit 727 kWh senkrecht, den niedrigsten Flensburg mit 635 kWh. Ausführliche Seiten gibt es für Berlin und München; jede andere Postleitzahl rechnet Ertrag nach Postleitzahl.

Senkrecht oder geneigt: was der Winkel ausmacht

Im Bundesmittel bringt dasselbe Set mit 35° Neigung 949 kWh, senkrecht 656 kWh, also 31 % weniger. Der Verlust entsteht fast ganz im Sommer, wenn die Sonne mittags hoch steht. Im Dezember liegen beide Montagearten dicht beieinander, 17 gegenüber 25 kWh. Den Winkel genauer und zusammen mit der Himmelsrichtung behandelt der Ratgeber Ausrichtung.

Ertrag je kWp: die Zahl für den Vergleich

Angebote und Datenblätter nennen oft den spezifischen Ertrag in Kilowattstunden je Kilowatt peak. Für ein Balkonkraftwerk liegt er im Bundesmittel bei 729 kWh je kWp senkrecht nach Süden und bei 1.054 kWh je kWp mit 35° Neigung. Dachanlagen werden meist mit dem zweiten Wert beworben; für ein Geländer gilt der erste. Wer Zahlen aus dem Internet vergleicht, prüft daher zuerst, für welchen Winkel sie gelten. Ab etwa 1 000 Wp Modulleistung sinkt der Wert je kWp zusätzlich, weil der Wechselrichter mit 800 VA an hellen Mittagen abregelt.

Warum kein Jahr wie das andere ist

Die Werte dieser Seite sind langjährige Mittel aus Satellitendaten. Ein einzelnes Jahr kann darüber oder darunter liegen, je nachdem, wie sonnig Frühjahr und Sommer ausfallen. Ein verregneter Juli wiegt schwerer als ein trüber Januar, weil im Juli ein Vielfaches erzeugt wird. Wer den eigenen Ertrag am Wechselrichter oder an einer Messsteckdose abliest, vergleicht deshalb ganze Jahre und nicht einzelne Wochen. Liegt das eigene Ergebnis dauerhaft deutlich unter der Tabelle, ist fast immer Schatten der Grund: ein Dachüberstand, der Balkon darüber oder ein Baum, der im Sommer belaubt ist.

Erzeugt ist nicht gespart

Der Ertrag ist die Menge, die das Gerät liefert. Gespart wird nur, was der Haushalt im selben Moment verbraucht. Von den 656 kWh des Beispiels nutzt ein Haushalt mit 2 500 kWh im Jahr 420 kWh selbst, gerechnet mit den gemessenen Lastgängen der HTW Berlin. Ein höherer Ertrag im Süden wird deshalb nicht eins zu eins zu einer höheren Ersparnis: In München sind es 444 kWh, in Flensburg 412 kWh. Was das in Euro und Jahren bedeutet, rechnet Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?.

Was Leser fragen

Wie viele kWh liefert ein Balkonkraftwerk mit 900 Wp am Tag?

Im Jahresschnitt rund 1,8 kWh, wenn die Module senkrecht nach Süden hängen, gerechnet im Bundesmittel. Der Tageswert schwankt aber stark: Ein Tag im Juni bringt im Mittel 2,7 kWh, ein Tag im Dezember 0,5 kWh. An klaren Sommertagen ist es deutlich mehr, an trüben Wintertagen fast nichts.

Wie viel erzeugt ein Balkonkraftwerk im Winter?

Wenig. Von Oktober bis März erzeugen 900 Wp senkrecht nach Süden im Bundesmittel zusammen 197 kWh, im Dezember allein 17 kWh. Senkrechte Module sind im Winter vergleichsweise günstig, weil die tiefe Sonne fast im rechten Winkel auftrifft und Schnee nicht liegen bleibt. Der Großteil der Jahresersparnis entsteht trotzdem im Sommerhalbjahr.

Wie groß ist der Ertragsunterschied zwischen Flensburg und München?

Senkrecht nach Süden erzeugen 900 Wp in Flensburg 635 kWh im Jahr, in München 727 kWh, also 14 % mehr. Der Süden hat mehr Sonnenstunden und einen höheren Sonnenstand. Für die Amortisation zählt der Unterschied weniger, als er klingt, weil ein Teil des Mehrertrags mittags als Überschuss ins Netz geht.

Erreicht mein Balkonkraftwerk die Werte aus der Tabelle?

Nur ohne Schatten. Die Werte gelten für freie Sicht nach Süden, mit dem Geländehorizont aus PVGIS und 14 Prozent Verlusten für Kabel, Wechselrichter und Verschmutzung. Ein Balkon darüber, ein Nachbarhaus oder ein Baum ziehen einen Abschlag ab. Ablesen lässt sich der echte Ertrag am Wechselrichter oder an einer Messsteckdose; ein Vergleich nach einem vollen Jahr ist aussagekräftiger als einzelne Monate.

Bringt Freiburg mehr Ertrag als Stuttgart?

Beide Städte liegen nahe beieinander. Senkrecht nach Süden erzeugen 900 Wp in Freiburg 712 kWh, in Stuttgart 709 kWh im Jahr. Die Unterschiede innerhalb einer Region entstehen eher durch Nebellagen, Höhe und Horizont als durch die geografische Breite. Die eigene Postleitzahl im Rechner liefert den Wert für den nächstgelegenen PVGIS-Rasterpunkt.

Wie viel bringt ein einzelnes Modul mit 450 Wp am Balkon?

Senkrecht nach Süden im Bundesmittel 328 kWh im Jahr, je Kilowatt peak gerechnet also rund 729 kWh. Ein einzelnes Modul ist sinnvoll, wenn das Geländer kurz ist: Es deckt vor allem die Grundlast des Haushalts, fast alles wird selbst verbraucht. Mit vier Modulen und 1 800 Wp wären es 1.179 kWh, aber mit deutlich mehr Überschuss.

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