Balkonkraftwerk in Nürnberg: Ertrag und Ersparnis 2026
Am Ostbalkon erzeugen 900 Wp in Nürnberg rund 496 kWh im Jahr und sparen einem Paar mit 2.500 kWh Verbrauch 117 €.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Ersparnis pro Jahr
154 €
667 kWh Solarstrom, 63 % davon selbst genutzt
| Erzeugung im Jahr | 667 kWh |
|---|---|
| davon im Haushalt genutzt | 424 kWh · 63 % |
| ins Netz, ohne Vergütung | 243 kWh |
| vom Wechselrichter abgeregelt (800 VA) | 1 kWh |
| Ersparnis auf der Stromrechnung | 154 € |
| Amortisation | 2,9 Jahre |
| Ersparnis über 20 Jahre | 3.071 € |
Rechenweg Schritt für Schritt
- PLZ 90403 (Region Nürnberg): 1.070 kWh je kWp bei 35° Süd laut PVGIS für den Mittelpunkt der Postleitzahl.
- Neigung 90° und gewählte Himmelsrichtung: 743 kWh je kWp. Mal 0,90 kWp: 669 kWh vor dem Wechselrichter.
- Viertelstunde für Viertelstunde gegen 74 gemessene Haushalte mit 2.500 kWh im Jahr: 63 % des Stroms nutzt der Haushalt selbst.
- 424 kWh × 36,2 ct = 154 € im Jahr; 450 € Kaufpreis ÷ Ersparnis = Amortisation.
Schätzung mit dem mittleren Wetter 2005 bis 2023 (PVGIS) und gemessenen Haushaltslasten. Ein einzelnes Jahr weicht um einige Prozent ab. So rechnen wir
Nürnberg steht beim Solarertrag im oberen Mittelfeld: PVGIS rechnet für die Postleitzahl 90403 mit 1.070 kWh je Kilowatt Peak bei 35 Grad Süd, Platz 7 von 15 Großstädten, während München mit 1.137 kWh auf Platz 1 liegt. Bei der Verbreitung ist es umgekehrt: Im Marktstammdatenregister stehen in Nürnberg 5.095 Steckersolargeräte, 9,6 je 1 000 Einwohner, in München nur 6,6; der Bund liegt bei 18,3. Ein Balkonkraftwerk mit 900 Wp senkrecht nach Süden liefert in Nürnberg rund 667 kWh, nach Osten 496 kWh, nach Westen 487 kWh. Ein Paar mit 2.500 kWh Verbrauch nutzt am Ostbalkon 65 % des Stroms selbst und spart bei 36,2 Cent je Kilowattstunde 117 € im Jahr; 450 € Anschaffung sind nach 3,8 Jahren zurück. Ein Speicher mit 2 kWh hebt die Ersparnis auf 171 €. Im Register haben Nürnberger Dachanlagen auffällig selten einen Batteriespeicher: 0,72 je Anlage, Platz 14 im Vergleich.
Franken und Oberbayern im Datenvergleich
| Kennzahl | Nürnberg | München |
|---|---|---|
| PVGIS-Ertrag je kWp, 35° Süd | 1.070 kWh | 1.137 kWh |
| Rang unter 15 Großstädten | 7 | 1 |
| Anteil November bis Februar | 16,2 % | 19,1 % |
| Steckersolargeräte je 1 000 Einwohner | 9,6 | 6,6 |
| Batteriespeicher je Gebäudeanlage | 0,72 | 0,74 |
| Gebäudeanlagen in Volleinspeisung | 16 % | 15 % |
| Dachanlagen hauptsächlich nach Süden | 46 % | 45 % |
Die beiden größten bayerischen Städte trennt beim Ertrag mehr als bei der Verbreitung: München hat mehr Sonne, Nürnberg mehr Balkonkraftwerke je Einwohner. Wer aus München nach Franken zieht oder umgekehrt, sollte deshalb nicht die Zahlen der anderen Stadt übernehmen, sondern mit der eigenen Postleitzahl rechnen. Der Vergleich mit der Landeshauptstadt steht ausführlich auf der Seite Balkonkraftwerk München.
Senkrecht am Geländer: wo Nürnberg Boden verliert
Bei 35 Grad Süd liegen Nürnberg und Dresden praktisch gleichauf, 1.070 gegen 1.071 kWh je kWp. Hängen die Module senkrecht, ändert sich das Bild: In Nürnberg bleiben 69 % des Ertrags einer schrägen Montage, in Dresden 71 %. Am Südbalkon sind das 667 gegen 687 kWh. Die Umrechnung auf andere Neigungen beruht auf eigenen PVGIS-Abfragen für jede Großregion, und für die Region um Nürnberg ergeben sie für senkrechte Flächen einen kleineren Faktor als für das Elbtal.
Wer einen Südbalkon hat und die Module neigen darf, gewinnt in Nürnberg deshalb etwas mehr als anderswo: 961 statt 667 kWh. Ob eine Aufständerung am Geländer erlaubt und sicher ist, hängt von Brüstung, Windlast und Vermieter ab; Hinweise dazu gibt der Ratgeber zur Ausrichtung.
Frühstücks- oder Abendstrom
Ost- und Westbalkon liegen in Nürnberg nah beieinander, der Ostbalkon mit 496 kWh sogar knapp vorn, der Westbalkon mit 487 kWh dahinter. Beide liefern 26 % beziehungsweise 27 % weniger als ein Südbalkon, nutzen ihren Strom aber zu einem größeren Teil selbst, weil er nicht in der Mittagsspitze anfällt. Bei Ostbalkonen lohnt es, Waschmaschine und Geschirrspüler auf den Vormittag zu legen; bei Westbalkonen fällt der Strom in die Zeit, in der gekocht wird.
Ein kleiner Speicher, nachgerechnet
Unter den Großstädten haben Nürnbergs Dachanlagen mit 0,72 Batteriespeichern je Anlage einen der niedrigsten Werte, Platz 14 von 15. Für das Balkonkraftwerk sagt das nichts über den Nutzen eines Speichers; der hängt am Verbrauch. Für ein Paar mit 2.500 kWh am Ostbalkon:
| Speicher | selbst genutzt | Eigenverbrauchsanteil | Ersparnis im Jahr |
|---|---|---|---|
| ohne | 324 kWh | 65 % | 117 € |
| 1 kWh | 440 kWh | 89 % | 159 € |
| 2 kWh | 472 kWh | 95 % | 171 € |
Der Mehrbetrag je Jahr ist die Obergrenze dessen, was der Speicher jährlich kosten darf. Die Gegenrechnung mit Anschaffungspreis und Lebensdauer finden Sie im Speicher-Vergleich.
Sandstein, Fachwerk und Denkmalschutz
In der Altstadt innerhalb der Stadtmauer und in Teilen der Gründerzeitviertel stehen viele Häuser unter Denkmalschutz. Dort kann schon eine Halterung an der Brüstung eine Erlaubnis der Stadt als unterer Denkmalschutzbehörde erfordern. Außerhalb davon gelten die üblichen Regeln: Mieter haben Anspruch auf Zustimmung nach § 554 BGB, Eigentümer auf einen Beschluss nach § 20 WEG. Was Mieter beim Antrag schreiben, zeigt der Ratgeber Balkonkraftwerk für Mieter.
Beispiel: ein Rentnerpaar in Gostenhof
Zwei Personen im Ruhestand, 2.500 kWh im Jahr, Balkon nach Osten im zweiten Stock. Das Gerät mit 900 Wp kostet 450 € und erzeugt 496 kWh; 324 kWh davon verbraucht der Haushalt selbst. Die Stromrechnung sinkt um 117 € im Jahr, nach 3,8 Jahren ist das Gerät bezahlt. Wer tagsüber zu Hause ist, kann den Strom gezielt nutzen, etwa für Waschgänge am Vormittag, und kommt näher an den Wert, den der Rechner oben ausgibt.