Amortisation der Photovoltaik 2026: wann die Anlage im Plus ist
Eine 10-kWp-Anlage für angenommene 15.000 € ist im Bundesmittel im Jahr 13 im Plus, wenn der Strompreis gleich bleibt. Steigt er um 2 % im Jahr, schon im Jahr 12.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
In welchem Jahr die Anlage im Plus ist
Im Plus ab Jahr
13
| Nutzen im ersten Jahr (10 kWp) | 1.240 € |
| Summe über 20 Jahre | 24.794 € |
| Überschuss nach 20 Jahren | 9.794 € |
Die Amortisation einer Photovoltaikanlage ist das Jahr, in dem die Summe der jährlichen Rückflüsse den Kaufpreis erreicht. Jeder Rückfluss besteht aus zwei Teilen mit verschiedenem Verhalten. Die Einspeisevergütung ist für 20 Jahre fest: Eine 10-kWp-Anlage im Bundesmittel nach Süden bringt bei 4 000 kWh Verbrauch 665 € im Jahr zum Satz von 7,70 ct/kWh. Die Ersparnis von 574 € im ersten Jahr wächst dagegen mit dem Strompreis, heute 36,2 ct laut Eurostat. Wie er sich entwickelt, weiß niemand; wir rechnen deshalb drei Hypothesen. Bei angenommenen 15.000 € Kaufpreis ist die Anlage bei gleichbleibendem Preis im Jahr 13 im Plus, bei 2 % Anstieg im Jahr 12, bei 4 % im Jahr 11. Nach 20 Jahren bleiben 9.794 €, 12.261 € oder 15.409 € übrig. Als Verzinsung des eingesetzten Geldes entspricht das 5,4 %, 6,3 % oder 7,3 % im Jahr. Ein Speicher verändert vor allem die Summe am Ende, kaum das Jahr des Plus.
Zwei Geldströme mit unterschiedlichem Takt
Eine Photovoltaikanlage zahlt sich über zwei Kanäle zurück. Die Einspeisevergütung ist der verlässliche Teil: Der Satz des Inbetriebnahme-Zeitraums, laut Bundesnetzagentur 7,70 ct/kWh bis 10 kWp, gilt für 20 Jahre und ändert sich nicht. Bei der 10-kWp-Anlage im Bundesmittel sind das 665 € im Jahr. Die Ersparnis ist der bewegliche Teil: Sie entspricht dem Netzstrom, den das Haus nicht mehr kaufen muss, und folgt dem Strompreis. Im ersten Jahr sind es 574 € bei 36,2 ct je kWh laut Eurostat.
Ob der Strompreis steigt oder fällt, lässt sich nicht vorhersagen. Die Eurostat-Reihe für deutsche Haushalte zeigt in den letzten Jahren beides, einen Sprung nach oben und wieder eine Entspannung. Wir setzen deshalb drei Pfade als Hypothesen an: gleichbleibend, plus 2 % und plus 4 % im Jahr. Wählen Sie im Mini-Rechner oben Ihren eigenen Wert.
Der kumulierte Saldo Jahr für Jahr
| nach Jahr | Strompreis konstant | +2 % im Jahr | +4 % im Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 | -13.760 € | -13.760 € | -13.760 € |
| 5 | -8.802 € | -8.684 € | -8.563 € |
| 10 | -2.603 € | -2.058 € | -1.451 € |
| 12 | -124 € | 687 € | 1.614 € |
| 15 | 3.595 € | 4.912 € | 6.480 € |
| 20 | 9.794 € | 12.261 € | 15.409 € |
Die Tabelle beginnt mit dem Kaufpreis als Minus und addiert jedes Jahr den Rückfluss. Der Saldo dreht im Jahr 13 ins Plus, wenn der Preis gleich bleibt, im Jahr 12 bei 2 % und im Jahr 11 bei 4 %. Dass der Abstand zwischen den Pfaden klein bleibt, liegt an der Zusammensetzung: Im ersten Jahr sind nur 46 % des Nutzens Ersparnis, der Rest ist feste Vergütung. Erst gegen Ende der Laufzeit, wenn sich die Preissteigerung aufgezinst hat, gehen die Kurven deutlich auseinander.
Zum Vergleich ein ungünstiger Pfad: Sinkt der Strompreis um 1 % im Jahr, ist die Anlage im Jahr 13 im Plus, und nach 20 Jahren bleiben 8.765 €. Auch das ist kein Verlust, aber eine deutlich dünnere Reserve.
Amortisationszeit und Verzinsung sind zwei Fragen
Die Amortisationszeit sagt, wann das Geld zurück ist, nicht, wie gut es angelegt war. Dafür eignet sich der interne Zinsfuß: der Zinssatz, zu dem die Rückflüsse auf heute abgezinst genau den Kaufpreis ergeben. Für die 10-kWp-Anlage liegt er bei 5,4 % im Jahr mit konstantem Strompreis, bei 6,3 % mit 2 % und bei 7,3 % mit 4 % Anstieg. Diese Zahlen können Sie direkt mit einem Festgeld oder dem Zins eines Kredits vergleichen. Liegt der Kreditzins über dem Zinsfuß, frisst die Finanzierung den Vorteil auf.
Was die Rechnung bewusst weglässt
Laufende Kosten und Ersatzteile
Versicherung, Zählergebühr und ein möglicher Wechselrichtertausch fehlen in der Tabelle, weil sie für jedes Haus anders sind. Ein angenommener Tausch für 2.000 € um das Jahr 12 senkt den Überschuss bei 2 % Strompreisanstieg von 12.261 € auf 10.261 €. Setzen Sie Ihre eigenen Beträge an.
Alterung der Module
Module verlieren über die Jahre etwas Leistung. Der Rechner setzt den Ertrag aus PVGIS für alle Jahre gleich an; wer vorsichtiger rechnen will, kalkuliert mit einem etwas kleineren Ertrag oder einem späteren Plus-Jahr.
Die Jahre nach der Vergütung
Nach 20 Jahren endet die feste Vergütung, die Anlage läuft meist weiter. Wie der Überschussstrom dann vergütet wird, regelt das dann geltende Recht; diese Seite rechnet nichts davon ein. Jedes weitere Betriebsjahr mit Eigenverbrauch ist ein Bonus obendrauf.
Die Tabelle auf Ihr Angebot übertragen
Ihr Angebot wird selten genau 15.000 € lauten. Die Umrechnung ist einfach: Jeder Euro mehr oder weniger verschiebt den Saldo in jeder Zeile um genau diesen Betrag. Bei einem Nutzen von 1.240 € im Jahr verschieben 1.000 € Mehrpreis das Plus-Jahr um rund 0,8 Jahre nach hinten, 1.000 € Rabatt um ebenso viel nach vorne. Ein höherer Verbrauch wirkt umgekehrt: Er erhöht die Ersparnis in jedem Jahr und zieht das Plus nach vorn. Genauer als diese Faustrechnung ist der Mini-Rechner oben, der das Jahr für Ihren Preis und Ihren Strompreispfad direkt ausgibt.
Speicher und Zeitpunkt
Ein 8-kWh-Speicher hebt den Jahresnutzen auf 1.714 €, weil mehr Solarstrom abends im Haus genutzt wird. Mit angenommenen 21.000 € für Anlage und Speicher ist das Paket im Jahr 13 im Plus, bei 2 % Strompreisanstieg im Jahr 12. Der Speicher reagiert stärker auf den Strompreis als die Anlage allein, weil er nur Ersparnis erzeugt und keine Vergütung. Wer mit kräftig steigenden Preisen rechnet, sieht ihn deshalb günstiger. Die Einzelrechnung macht der Stromspeicher-Rechner.
Beachten Sie auch den Kalender: Der Vergütungssatz sinkt für neue Anlagen alle sechs Monate um 1 % (§ 49 EEG). Für die Amortisation fällt das kaum ins Gewicht. Den eigenen Fall mit Postleitzahl rechnet der Photovoltaik-Rechner, die Bewertung des Angebotspreises Photovoltaik-Kosten.