Balkonkraftwerk 800 Watt 2026: was der Wechselrichter abschneidet
Mit 2.000 Wp Modulen nach Süden erzeugt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk 1.616 kWh im Jahr, 497 kWh schneidet der Wechselrichter in Mittagsspitzen ab. Senkrecht montiert sind es nur 204 kWh.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Was der 800-VA-Wechselrichter bei mehr Modulen abregelt
Abgeregelt im Jahr
497 kWh
| Erzeugung vor dem Wechselrichter | 2.113 kWh |
| Anteil abgeregelt | 23,5 % |
| nutzbar nach Wechselrichter | 1.616 kWh |
| davon selbst genutzt (2 500 kWh) | 722 kWh |
Die 800 Watt eines Balkonkraftwerks sind eine Grenze für den Wechselrichter, nicht für die Module. § 8 Abs. 5a EEG erlaubt für ein Steckersolargerät 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Wp installierte Modulleistung, jeweils insgesamt für alle Geräte an einer Entnahmestelle. Wer mehr Modulfläche anschließt, als der Wechselrichter abgeben darf, verliert an sonnigen Mittagen die Spitze: Der Wechselrichter regelt ab. Im Bundesmittel bei 35° Südneigung sind das mit 1 200 Wp 64 kWh im Jahr (5 % der Erzeugung), mit 1 600 Wp 250 kWh, mit 2.000 Wp 497 kWh oder 24 %. Trotzdem steigt die nutzbare Menge von 845 kWh bei 800 Wp auf 1.616 kWh bei 2.000 Wp, weil morgens, abends und im Winter jedes Modul zählt. Senkrecht am Geländer oder nach Osten und Westen fällt die Abregelung viel kleiner aus. Die alte Praxisgrenze von 600 Watt gilt seit dem Solarpaket I im Mai 2024 nicht mehr.
Watt, Watt peak, Voltampere: drei Zahlen auf dem Karton
Auf einem Set stehen oft „800 Watt“ und daneben „2 000 Wp“. Die erste Zahl beschreibt den Wechselrichter, der aus dem Gleichstrom der Module Wechselstrom für die Steckdose macht. Das Gesetz nennt sie in Voltampere: § 8 Abs. 5a EEG erlaubt 800 VA. Bei einem Wechselrichter, der nahezu reine Wirkleistung abgibt, sind 800 VA praktisch 800 Watt. Die zweite Zahl, Watt peak, ist die Leistung der Module unter Laborlicht von 1 000 W/m² bei 25 °C. Diese Bedingung gibt es auf einem Balkon fast nie: Meistens liefert ein Modul weniger als seine Nennleistung, deshalb dürfen Sie mehr Module anschließen, als der Wechselrichter abgibt.
Vor dem Solarpaket I kannte das EEG keine eigene Leistungsgrenze für Steckersolargeräte; die Wechselrichter solcher Geräte hatten nach Angaben der Bundesnetzagentur in der Regel bis zu 600 Watt, und für den vereinfachten Anschluss kam es auf die technischen Anforderungen des VDE an. Seit dem 16. Mai 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 151) stehen die Grenzen im Gesetz selbst, dazu die Regel, dass der Netzbetreiber keine Extra-Meldung verlangen darf. Die Anmeldung ist unter Balkonkraftwerk anmelden erklärt.
Wie viel der Wechselrichter abregelt
Wenn die Module mehr Leistung liefern, als der Wechselrichter abgeben darf, hält er seine Ausgangsleistung bei 800 VA fest. Die Überschussleistung wird nicht erzeugt, sie geht verloren. Der Motor dieser Seite rechnet das aus der Verteilung der Sonneneinstrahlung über die Viertelstunden eines Jahres nach PVGIS.
| Modulleistung | vor dem Wechselrichter | abgeregelt | nutzbar | selbst genutzt |
|---|---|---|---|---|
| 800 Wp | 845 kWh | 1 kWh | 845 kWh | 499 kWh |
| 1 200 Wp | 1.268 kWh | 64 kWh | 1.204 kWh | 601 kWh |
| 1 600 Wp | 1.691 kWh | 250 kWh | 1.441 kWh | 670 kWh |
| 2.000 Wp | 2.113 kWh | 497 kWh | 1.616 kWh | 722 kWh |
Zwischen 800 Wp und 2.000 Wp wächst die Modulfläche um das Zweieinhalbfache, die nutzbare Erzeugung nur um 772 kWh. Die Abregelung beginnt erst oberhalb von etwa 1 000 Wp spürbar und frisst danach einen immer größeren Teil jedes zusätzlichen Moduls. Den Wert für Ihre Modulleistung und Himmelsrichtung zeigt der Mini-Rechner oben.
Warum senkrechte Module die 800 VA kaum erreichen
Am Balkongeländer stehen Module meist senkrecht. Dann trifft die hohe Mittagssonne im Sommer flach auf, und die Leistung bleibt meist unter der Grenze. Mit 2.000 Wp senkrecht nach Süden regelt der Wechselrichter im Jahr nur 204 kWh ab (13,9 %), nutzbar bleiben 1.256 kWh, mehr als doppelt so viel wie mit 800 Wp senkrecht (584 kWh). Nach Osten gerichtet sind es bei 35° Neigung 241 kWh Abregelung, nach Westen 283 kWh, weil sich die Erzeugung über den Vor- oder Nachmittag verteilt. Hier ist die volle Modulleistung am sinnvollsten. Mehr zu Himmelsrichtung und Neigung im Ratgeber Ausrichtung.
Speicher auf der Modulseite fängt die Spitze ab
Ein Speicher, der den Gleichstrom vor dem Wechselrichter aufnimmt, lädt genau dann, wenn die Module über 800 VA liefern, und gibt die Energie abends ab. Mit 2.000 Wp nach Süden und 2 kWh Kapazität sinkt die Abregelung im Modell von 497 auf 366 kWh, der selbst genutzte Strom steigt von 722 auf 1.193 kWh. Ob sich das bezahlt macht, rechnet Balkonkraftwerk mit Speicher. Wichtig ist der Wortlaut des Gesetzes: Die 800 VA gelten für die Wechselrichterleistung insgesamt. Ein Speicher mit eigenem Wechselrichter am Hausnetz zählt nach diesem Wortlaut mit.
Wie viele Module für Ihren Balkon sinnvoll sind
Die Frage ist nicht, ob 2.000 Wp erlaubt sind, sondern was das letzte Modul noch bringt. Gerechnet in Geld: Der Schritt von 1 600 auf 2.000 Wp spart bei 35° Süd und 36,2 ct/kWh nur 19 € im Jahr, weil der zusätzliche Strom vor allem mittags anfällt, wenn ohnehin Überschuss ins Netz geht. Senkrecht nach Süden bringt derselbe Schritt 18 € im Jahr. Ein zusätzliches Modul hat sich also erst nach seinem Preis geteilt durch diesen Betrag bezahlt, und es braucht Platz, eine sichere Befestigung und einen Wechselrichter mit genügend Eingängen.
Wer Module auf zwei Seiten verteilen kann, etwa an zwei Balkonseiten nach Osten und Westen, schließt sie an getrennte Eingänge des Wechselrichters an. Dann liefern sie zu unterschiedlichen Tageszeiten, und die Grenze von 800 VA wird seltener erreicht als bei derselben Fläche nach Süden. Bei einer Südwand mit flach geneigtem Gestell reicht dagegen oft schon eine Modulleistung knapp über 1 000 Wp, um fast die ganze Wechselrichterleistung auszuschöpfen.
Was für 800-Watt-Geräte nicht gilt
Für Dachanlagen ohne Smart Meter begrenzt § 9 EEG seit dem 25. Februar 2025 die Einspeisung auf 60 % der Nennleistung; Steckersolargeräte sind davon ausgenommen. Ebenso entfällt die Pflicht, die Einspeisung fernsteuerbar zu machen. Die einzige Grenze, die Ihren Ertrag drückt, ist der eigene Wechselrichter. Antworten der Bundesnetzagentur zu Leistungsfragen stehen in ihren Fragen und Antworten zu Steckersolargeräten; die Einstrahlungsdaten stammen aus PVGIS.