Balkonkraftwerk in Frankfurt am Main: Ertrag und Ersparnis 2026
Am Westbalkon erzeugen 900 Wp in Frankfurt 495 kWh im Jahr, 18 % mehr als am Ostbalkon, und sparen einem berufstätigen Paar 117 €.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Ersparnis pro Jahr
154 €
670 kWh Solarstrom, 63 % davon selbst genutzt
| Erzeugung im Jahr | 670 kWh |
|---|---|
| davon im Haushalt genutzt | 425 kWh · 63 % |
| ins Netz, ohne Vergütung | 245 kWh |
| vom Wechselrichter abgeregelt (800 VA) | 1 kWh |
| Ersparnis auf der Stromrechnung | 154 € |
| Amortisation | 2,9 Jahre |
| Ersparnis über 20 Jahre | 3.079 € |
Rechenweg Schritt für Schritt
- PLZ 60311 (Region Frankfurt am Main): 1.080 kWh je kWp bei 35° Süd laut PVGIS für den Mittelpunkt der Postleitzahl.
- Neigung 90° und gewählte Himmelsrichtung: 746 kWh je kWp. Mal 0,90 kWp: 671 kWh vor dem Wechselrichter.
- Viertelstunde für Viertelstunde gegen 74 gemessene Haushalte mit 2.500 kWh im Jahr: 63 % des Stroms nutzt der Haushalt selbst.
- 425 kWh × 36,2 ct = 154 € im Jahr; 450 € Kaufpreis ÷ Ersparnis = Amortisation.
Schätzung mit dem mittleren Wetter 2005 bis 2023 (PVGIS) und gemessenen Haushaltslasten. Ein einzelnes Jahr weicht um einige Prozent ab. So rechnen wir
Frankfurt am Main gehört zu den sonnigen Großstädten: PVGIS rechnet für die Postleitzahl 60311 in der Innenstadt mit 1.081 kWh je Kilowatt Peak bei 35 Grad Süd, Platz 4 von 15. Bei der Verbreitung von Balkonkraftwerken liegt die Stadt dagegen auf Platz 15: 4.613 Geräte stehen im Marktstammdatenregister, 6,1 je 1 000 Einwohner, im Bund sind es 18,3. Eine Frankfurter Besonderheit zeigt sich zwischen Ost und West. Senkrecht nach Westen erzeugen 900 Wp 495 kWh im Jahr, nach Osten nur 419 kWh, ein Unterschied von 18 %, der in kaum einer anderen Stadt so groß ausfällt. Ein Paar, das tagsüber arbeitet und 2.200 kWh verbraucht, nutzt am Westbalkon 65 % des Stroms selbst und spart bei 36,2 Cent je Kilowattstunde 117 € im Jahr. Auf den Dächern sind 20 % der Anlagen Ost-West-Anlagen, mehr als in jeder anderen verglichenen Stadt.
Frankfurt: viel Sonne, wenige Stecker
Die Stadt liegt in der Mainebene am Nordrand des Oberrheingrabens, der PVGIS-Punkt der Innenstadt auf 109 Metern. Im Norden schirmt der Taunus ab, das Klima ist für deutsche Verhältnisse warm. Beim Solarertrag reicht das für Platz 4 unter den 15 Großstädten. Beim Ausbau der Solartechnik bildet Frankfurt dagegen das Schlusslicht.
| Kennzahl | Frankfurt | Platz |
|---|---|---|
| Ertrag je kWp, 35° Süd | 1.081 kWh | 4 |
| Balkonkraftwerke je 1 000 Einwohner | 6,1 | 15 |
| Gebäudeanlagen je 1 000 Einwohner | 9,8 | 15 |
| Anteil Ost-West-Anlagen | 20,4 % | 1 |
| Speicher je Gebäudeanlage | 0,77 | |
| Volleinspeiser unter den Gebäudeanlagen | 14,1 % |
Der Bundesschnitt liegt bei 18,3 Balkonkraftwerken je 1 000 Einwohner. Frankfurt erreicht davon nur einen Bruchteil, und das bei einem Ertrag, der über dem Mittel der Großstädte liegt.
Am Main schlägt West den Osten
In den meisten deutschen Städten liegen Ost- und Westbalkon beim Jahresertrag nah beieinander. In Frankfurt nicht: Die PVGIS-Daten der Region geben dem Westbalkon einen Vorsprung von 18 %. Wer zwischen zwei Seiten wählen kann, hängt die Module nach Westen. Dazu kommt der Tagesablauf: Ein Paar, das morgens zur Arbeit fährt, verbraucht den Vormittagsstrom eines Ostbalkons kaum.
| Balkon | Ertrag | selbst genutzt | Eigenanteil | Ersparnis/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Ost, senkrecht | 419 kWh | 278 kWh | 66 % | 100 € |
| Süd, senkrecht | 670 kWh | 400 kWh | 60 % | 145 € |
| West, senkrecht | 495 kWh | 324 kWh | 65 % | 117 € |
| West, 30° geneigt | 804 kWh | 463 kWh | 58 % | 168 € |
Ost-West-Dächer als Frankfurter Merkmal
Das Marktstammdatenregister zeigt dasselbe Thema von oben. 20 % der Frankfurter Gebäudeanlagen sind als Ost-West-Anlagen eingetragen, im Bund sind es 8 %. Solche Anlagen liegen häufig flach auf Gewerbe- und Mehrfamilienhausdächern, mit Modulen, die abwechselnd nach Osten und Westen geneigt sind. Sie liefern einen breiten Tagesverlauf statt einer Mittagsspitze. Was das bei Dachanlagen bedeutet, erklärt der Ratgeber zu Ost-West-Anlagen.
Beispiel: Pendlerpaar in Sachsenhausen
Zwei Berufstätige, Mietwohnung im vierten Stock, Balkon nach Westen, 2.200 kWh Verbrauch. Gegenüber steht ein höheres Haus, das am späten Nachmittag Schatten wirft; angenommen werden 10 % Verlust. Das Gerät für 450 € erzeugt dann 446 kWh, das Paar nutzt 303 kWh selbst und spart 110 € im Jahr. Nach 4,1 Jahren ist es bezahlt.
Vor der Montage fragen die beiden ihren Vermieter. Seit der Reform von § 554 BGB darf er die Erlaubnis nur verweigern, wenn sie ihm nicht zuzumuten ist; über die Art der Befestigung kann er mitreden. Nach § 8 Abs. 5a EEG gilt das Gerät mit 900 Wp und 800 VA als Steckersolargerät, eine Meldung beim Netzbetreiber entfällt. Bleibt der Eintrag im Register, der binnen eines Monats fällig ist.