Balkonkraftwerk in Stuttgart: Kessellage, Hang und Ertrag 2026

In Stuttgart erzeugen 900 Wp senkrecht am Südbalkon rund 709 kWh im Jahr und sparen einer dreiköpfigen Familie 167 €.

Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir

bei Stuttgart: 1.127 kWh/kWp

Schatten und Wechselrichter

Ersparnis pro Jahr

159 €

709 kWh Solarstrom, 62 % davon selbst genutzt

62 %
38 %
selbst genutzt
ins Netz
abgeregelt
Erzeugung im Jahr709 kWh
davon im Haushalt genutzt439 kWh · 62 %
ins Netz, ohne Vergütung270 kWh
vom Wechselrichter abgeregelt (800 VA)2 kWh
Ersparnis auf der Stromrechnung159 €
Amortisation2,8 Jahre
Ersparnis über 20 Jahre3.176 €
Erzeugung je Monat: Dezember 21 kWh, Juni 85 kWh
Rechenweg Schritt für Schritt
  1. PLZ 70173 (Region Stuttgart): 1.127 kWh je kWp bei 35° Süd laut PVGIS für den Mittelpunkt der Postleitzahl.
  2. Neigung 90° und gewählte Himmelsrichtung: 790 kWh je kWp. Mal 0,90 kWp: 711 kWh vor dem Wechselrichter.
  3. Viertelstunde für Viertelstunde gegen 74 gemessene Haushalte mit 2.500 kWh im Jahr: 62 % des Stroms nutzt der Haushalt selbst.
  4. 439 kWh × 36,2 ct = 159 € im Jahr; 450 € Kaufpreis ÷ Ersparnis = Amortisation.

Schätzung mit dem mittleren Wetter 2005 bis 2023 (PVGIS) und gemessenen Haushaltslasten. Ein einzelnes Jahr weicht um einige Prozent ab. So rechnen wir

Stuttgart ist beim Jahresertrag die Nummer 2 der deutschen Großstädte: PVGIS rechnet für die Postleitzahl 70173 mit 1.127 kWh je Kilowatt Peak bei 35 Grad Süd, nur knapp hinter München. Die Verteilung über das Jahr ist aber eine andere. Im Juli liefert ein senkrechtes Gerät mit 900 Wp in Stuttgart 87 kWh, etwa so viel wie in München; im Dezember sind es 15,8 kWh gegenüber 29,9 kWh. November bis Februar tragen nur 14,7 % zum Jahr bei, Platz 11 von 15. Über zwölf Monate erzeugt das Gerät am Südbalkon 709 kWh, auf 35 Grad aufgeständert 1.009 kWh. Eine Familie mit 2.800 kWh Verbrauch spart bei 36,2 Cent je Kilowattstunde 167 € im Jahr. Mit 10,8 Balkonkraftwerken je 1 000 Einwohnern, insgesamt 6.604 im Marktstammdatenregister, liegt Stuttgart unter den Großstädten auf Platz 6, aber unter dem Bundesschnitt von 18,3.

Fast so sonnig wie München, nur nicht im Dezember

Der Jahreswert von 1.127 kWh je kWp bringt Stuttgart auf Platz 2. Wer genauer in die PVGIS-Monatswerte schaut, findet zwei Hälften. Von März bis September liegt die Stadt auf Augenhöhe mit den sonnigsten Orten des Vergleichs, im Juli liefern 900 Wp senkrecht 87 kWh (München 84 kWh). Im Winter fällt sie zurück.

PVGIS für die PLZ 70173 und 80313.
StuttgartMünchen
Ertrag je kWp, 35° Süd1.127 kWh1.137 kWh
Juli, 900 Wp senkrecht Süd87 kWh84 kWh
Dezember, 900 Wp senkrecht Süd15,8 kWh29,9 kWh
Anteil November bis Februar14,7 %19,1 %
Höhe des PVGIS-Punkts383 m501 m

Der Talkessel und seine Hänge

Die Innenstadt liegt in einem Kessel, den das Nesenbachtal in die Hochflächen ringsum geschnitten hat; Wohngebiete ziehen sich die Hänge hinauf bis in die Halbhöhenlagen. Der schlechte Luftaustausch des Kessels bei Inversionswetterlagen ist seit Jahrzehnten Thema der Stuttgarter Stadtklimatologie. Ob er den schwachen Dezember in den PVGIS-Daten erklärt, lässt sich aus den Zahlen allein nicht ablesen. Für den Balkon zählt etwas anderes: Am Hang verschattet oft das Gelände selbst. Wer an einem Nordhang wohnt, verliert im Winter die Sonne hinter der Kuppe, wer am Südhang wohnt, hat freie Sicht über die Stadt.

Halbhöhe, Südbalkon: welcher Winkel?

Familie mit einem Kind, Wohnung in Halbhöhenlage, 2.800 kWh im Jahr, Balkon nach Süden ohne Verschattung, Gerät für 450 €.

900 Wp, 800 VA, 36,2 ct/kWh.
MontageErtragselbst genutztErsparnis/Jahrbezahlt nach
senkrecht am Geländer709 kWh461 kWh167 €2,7 Jahren
60° geneigt953 kWh550 kWh199 €2,3 Jahren
35° aufgeständert1.009 kWh577 kWh209 €2,2 Jahren
senkrecht, 1,5 kWh Speicher710 kWh648 kWh235 €je nach Speicherpreis

Der flachere Winkel holt 42 % mehr Strom, aber nur einen Teil davon nutzt die Familie selbst. Ein kleiner Speicher hebt den Eigenverbrauch um 188 kWh, das sind 68 € im Jahr; ob das den Akku bezahlt, rechnet der Speicher-Rechner nach. Ein Westbalkon brächte senkrecht 499 kWh. In Eigentumswohnungen entscheidet die Gemeinschaft nach § 20 WEG über die Art der Anbringung, Mieter haben nach § 554 BGB Anspruch auf die Erlaubnis.

Wo Stuttgart vorn liegt und wo nicht

Unter den sechs größten Städten nach Berlin hat Stuttgart die meisten Balkonkraftwerke je Einwohner, 10,8 je 1 000. Im Marktstammdatenregister fällt außerdem auf, dass 17,5 % der Gebäudeanlagen ihren gesamten Strom einspeisen, Platz 3 der Großstädte; im Bund sind es 22,1 %. Die Dächer zeigen zu 41 % hauptsächlich nach Süden. Was Volleinspeisung gegenüber Eigenverbrauch bringt, erklärt der Vergleich von Voll- und Teileinspeisung; für ein Balkonkraftwerk stellt sich die Frage nicht, es wird für den eigenen Verbrauch betrieben.

Was Leser fragen

Warum liefert ein Balkonkraftwerk in Stuttgart im Dezember weniger als in München?

Beide Städte liegen beim Jahresertrag fast gleichauf, im Dezember aber erzeugen 900 Wp senkrecht in Stuttgart 15,8 kWh, in München 29,9 kWh. So weisen es die PVGIS-Monatswerte aus. Eine naheliegende Erklärung ist die Kessellage: Bei winterlichen Inversionswetterlagen halten sich Dunst und Nebel im Tal länger. München profitiert dagegen von Föhnlagen. Für die Jahresrechnung zählt der Unterschied wenig.

Lohnt es sich in Stuttgart, die Balkonmodule schräg aufzustellen?

Beim Ertrag ja: Auf 35 Grad geneigt liefern 900 Wp am Südbalkon 1.009 statt 709 kWh, 42 % mehr. Die Ersparnis steigt weniger, von 167 € auf 209 €, weil der Mehrertrag vor allem mittags im Sommer anfällt. Eine schräge Halterung braucht meist die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft und eine sichere Befestigung.

Wie viele Balkonkraftwerke gibt es in Stuttgart?

Das Marktstammdatenregister führt in Stuttgart 6.604 Steckersolargeräte in Betrieb. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind das 10,8 je 1 000, Platz 6 unter 15 Großstädten und damit vor Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt. Der Bundesschnitt von 18,3 wird trotzdem nicht erreicht. Dazu kommen 11.313 Solaranlagen auf Gebäuden.

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Herausgeber von Solarrechnern: Ertrag nach Postleitzahl, Eigenverbrauch, Einspeisevergütung

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