Stromspeicher-Rechner 2026: was die Batterie an der Dachanlage bringt
Ein 8-kWh-Speicher an einer 8-kWp-Anlage in Dresden hebt die Autarkie eines Haushalts mit 4.500 kWh von 37 % auf 74 % und bringt 468 € mehr im Jahr. Bei 6.000 € hat er sich nach 12,8 Jahren bezahlt.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Mehrnutzen durch den Speicher
468 € pro Jahr
Amortisation 12,8 Jahre bei 6.000 €
| Eigenverbrauch ohne Speicher | 20 % · 1.675 kWh |
|---|---|
| Eigenverbrauch mit 8,0 kWh | 39 % · 3.314 kWh |
| Autarkie ohne / mit Speicher | 37 % / 74 % |
| weniger eingespeist | 1.634 kWh |
| Mehrnutzen im Jahr | 468 € |
| Amortisation des Speichers | 12,8 Jahre |
Rechenweg Schritt für Schritt
- Gleiche Anlage, 8,0 kWp nach Süden, 30°, 8.505 kWh im Jahr.
- Jede Viertelstunde: erst den Haushalt versorgen, Überschuss in den Speicher (Wirkungsgrad rund 90 % hin und zurück), Rest ins Netz; abends entlädt der Speicher.
- Jede gespeicherte Kilowattstunde spart 36,2 ct Bezug, kostet aber 7,70 ct Einspeisevergütung.
Schätzung mit dem mittleren Wetter 2005 bis 2023 (PVGIS) und gemessenen Haushaltslasten. Ein einzelnes Jahr weicht um einige Prozent ab. So rechnen wir
Ob sich ein Stromspeicher lohnt, entscheidet nicht die Autarkie, sondern eine einfache Spanne: Jede Kilowattstunde, die der Speicher vom Mittag in den Abend verschiebt, spart den Bezugspreis von 36,2 ct, verliert aber die Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh. Übrig bleiben rund 28,5 ct, abzüglich der Verluste beim Laden und Entladen. Der Rechner simuliert dafür jede Viertelstunde eines Jahres mit PVGIS-Erträgen für Ihre Postleitzahl und 74 gemessenen Haushaltsprofilen der HTW Berlin. Im Beispiel Dresden mit 8 kWp nach Süden und 4.500 kWh Verbrauch steigt der Eigenverbrauch mit 8 kWh von 20 % auf 39 % des Ertrags. Der Nutzen der Anlage wächst von 1.116 € auf 1.584 € im Jahr. Diese 468 € muss der Speicher über seine Lebensdauer verdienen; ob das gelingt, hängt am Preis, den Sie in den Rechner eintragen.
Was der Rechner vergleicht
Der Rechner lässt dieselbe Dachanlage zweimal durch ein ganzes Jahr laufen, einmal ohne und einmal mit Batterie. In jeder Viertelstunde versorgt der Solarstrom zuerst den Haushalt, dann lädt der Überschuss den Speicher, erst danach geht der Rest ins Netz. Abends und nachts entlädt die Batterie, bis sie leer ist. Hin und zurück bleiben nach der Annahme der Simulation rund 90 % der eingespeicherten Energie übrig. Ertrag und Verbrauch kommen aus PVGIS und den Lastprofilen der HTW Berlin; Dach nach Süden mit 30° Neigung, Teileinspeisung, kein Smart Meter.
Der Mehrnutzen ist die Differenz zweier Summen: gesparter Netzbezug plus Vergütung mit Speicher, minus dasselbe ohne Speicher. Weil jede gespeicherte Kilowattstunde nicht mehr eingespeist wird, kostet sie den Satz des Inbetriebnahme-Zeitraums, hier 7,70 ct/kWh.
Speicher von 0 bis 12 kWh in Dresden
| Speicher | Eigenverbrauch | Autarkie | Netzbezug | Nutzen/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| ohne | 20 % | 37 % | 2.825 kWh | 1.116 € |
| 2 kWh | 26 % | 50 % | 2.258 kWh | 1.278 € |
| 4 kWh | 33 % | 62 % | 1.690 kWh | 1.440 € |
| 6 kWh | 37 % | 69 % | 1.393 kWh | 1.525 € |
| 8 kWh | 39 % | 74 % | 1.186 kWh | 1.584 € |
| 10 kWh | 41 % | 77 % | 1.049 kWh | 1.623 € |
| 12 kWh | 41 % | 78 % | 982 kWh | 1.642 € |
Die Kurve flacht früh ab. Die ersten Kilowattstunden Kapazität werden an den meisten Tagen des Sommerhalbjahrs voll genutzt, die letzten nur an langen Sommertagen mit hohem Abendverbrauch. Wie man die passende Kapazität findet, erklärt der Ratgeber Stromspeicher-Größe.
Speicher und 60-Prozent-Grenze
Neue Anlagen ohne Smart Meter dürfen seit dem 25. Februar 2025 höchstens 60 % ihrer Nennleistung einspeisen (§ 9 Abs. 2 EEG). Ein Speicher kann einen Teil der Mittagsspitze aufnehmen, die sonst verfällt. Im Beispiel sinkt der abgeregelte Strom aber nur von 204 auf 199 kWh, weil die Batterie an sonnigen Tagen oft schon am Vormittag voll ist. Wer den Speicher gezielt für die Mittagsspitze nutzen will, braucht eine Ladesteuerung, die erst mittags lädt; das rechnet der Rechner nicht.
Preis, Steuer und Amortisation
Auf Kauf und Einbau eines Speichers für eine Photovoltaikanlage fällt keine Umsatzsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG). Die Amortisation ist der Speicherpreis geteilt durch den Mehrnutzen: Bei 6.000 € und 468 € im Jahr sind es 12,8 Jahre, ohne Preissteigerung beim Strom. Halten Sie diese Zahl gegen die Garantiezeit der Zellen und tragen Sie Ihr eigenes Angebot ein. Wie sich die ganze Anlage mit Speicher über die Jahre rechnet, zeigt Amortisation der Photovoltaik.