Balkonkraftwerk in Freiburg: Ertrag und Ersparnis 2026

Selbst am Ostbalkon, mit dem Schwarzwald im Blick, erzeugen 900 Wp in Freiburg rund 511 kWh im Jahr; ein kleiner Haushalt mit 1.200 kWh spart damit 85 €.

Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir

bei Freiburg im Breisgau: 1.121 kWh/kWp

Schatten und Wechselrichter

Ersparnis pro Jahr

159 €

712 kWh Solarstrom, 62 % davon selbst genutzt

62 %
38 %
selbst genutzt
ins Netz
abgeregelt
Erzeugung im Jahr712 kWh
davon im Haushalt genutzt440 kWh · 62 %
ins Netz, ohne Vergütung272 kWh
vom Wechselrichter abgeregelt (800 VA)2 kWh
Ersparnis auf der Stromrechnung159 €
Amortisation2,8 Jahre
Ersparnis über 20 Jahre3.183 €
Erzeugung je Monat: Dezember 25 kWh, Juni 83 kWh
Rechenweg Schritt für Schritt
  1. PLZ 79098 (Region Freiburg im Breisgau): 1.121 kWh je kWp bei 35° Süd laut PVGIS für den Mittelpunkt der Postleitzahl.
  2. Neigung 90° und gewählte Himmelsrichtung: 793 kWh je kWp. Mal 0,90 kWp: 714 kWh vor dem Wechselrichter.
  3. Viertelstunde für Viertelstunde gegen 74 gemessene Haushalte mit 2.500 kWh im Jahr: 62 % des Stroms nutzt der Haushalt selbst.
  4. 440 kWh × 36,2 ct = 159 € im Jahr; 450 € Kaufpreis ÷ Ersparnis = Amortisation.

Schätzung mit dem mittleren Wetter 2005 bis 2023 (PVGIS) und gemessenen Haushaltslasten. Ein einzelnes Jahr weicht um einige Prozent ab. So rechnen wir

Freiburg gilt als Sonnenstadt, und die Daten bestätigen das zum Teil: PVGIS rechnet für die Postleitzahl 79098 mit 1.121 kWh je Kilowatt Peak bei 35 Grad Süd, Platz 3 von 15 Großstädten, hinter München und Stuttgart. Der Wert enthält bereits den Geländehorizont, den PVGIS aus einem Höhenmodell berechnet, also auch die Schwarzwaldhöhen im Osten der Stadt. Stark ist Freiburg im Winter: November bis Februar liefern 17,6 % des Jahresertrags, Platz 2 im Vergleich. Ein Balkonkraftwerk mit 900 Wp senkrecht nach Süden erzeugt rund 712 kWh, nach Osten 511 kWh, nach Westen 491 kWh. Ein Einpersonenhaushalt mit 1.200 kWh Verbrauch nutzt am Ostbalkon 46 % davon selbst und spart bei 36,2 Cent je Kilowattstunde 85 € im Jahr. Mit 3.034 Steckersolargeräten im Marktstammdatenregister, 12,8 je 1 000 Einwohner, hat Freiburg die höchste Dichte der verglichenen Großstädte; der Bundesschnitt von 18,3 liegt dennoch darüber.

Sonnenstadt im Datentest

PVGIS für die Innenstadt-Postleitzahl, Monatswerte desselben Rasterpunkts.
StadtErtrag je kWp, 35° SüdAnteil Nov. bis Feb.Dezember zu Juni
München1.137 kWh19,1 %36 %
Stuttgart1.127 kWh14,7 %19 %
Freiburg im Breisgau1.121 kWh17,6 %30 %

Freiburgs Ruf als sonnigste Großstadt Deutschlands beruht meist auf Sonnenstunden. Für eine Solaranlage zählt die Einstrahlung auf die Modulfläche, und da liegen München und Stuttgart knapp vorn. Der Abstand ist so klein, dass ihn ein einziger Baum vor dem Balkon mehr als ausgleicht. Wer aus Norddeutschland nach Freiburg zieht, gewinnt dagegen deutlich: Gegenüber Hamburg erzeugt jedes Kilowatt Peak hier 15 % mehr.

Der Schwarzwald im Rücken

Im Osten steigt das Gelände von der Rheinebene steil zum Schwarzwald an. PVGIS berechnet für jeden Standort einen Horizont aus dem Höhenmodell (PVGIS-Dokumentation), und dieser Horizont steckt im Jahreswert von 1.121 kWh bereits drin. Der Rasterpunkt für 79098 liegt auf 470 m. Für die Ausrichtung zeigt der Motor in Freiburg sogar einen Ostbalkon mit 511 kWh vor einem Westbalkon mit 491 kWh; die Umrechnung stammt allerdings aus PVGIS-Abfragen für die ganze Großregion am Oberrhein, nicht für Ihre Straße.

Unten in der Stadt ist der Bergschatten am Morgen kurz. In den Tälern und an den Hängen am Stadtrand kann die Sonne deutlich später über den Kamm kommen. Wer dort wohnt, prüft an einem klaren Morgen, wann das Licht den Balkon erreicht, und trägt den Schatten im Rechner oben ein: Mit 15 % Verschattung bleiben am Ostbalkon 434 kWh und 78 € Ersparnis.

Die meisten Geräte je Einwohner, gemessen an Großstädten

12,8 Steckersolargeräte je 1 000 Einwohner sind der höchste Wert unter den 15 Städten dieser Seitenreihe. Dass Freiburg trotzdem unter dem Bundesschnitt von 18,3 bleibt, sagt mehr über Großstädte als über Freiburg: Mietwohnungen, wenig eigene Fassade, viele Haushalte ohne Balkon. Die Zahlen stammen aus der öffentlichen Einheitenübersicht des Marktstammdatenregisters, abgerufen am 15. Oktober 2026, die Einwohnerzahl von Destatis.

Dächer im Register: Volleinspeisung statt Batterie

Bei den 6.653 Gebäudeanlagen fällt Freiburg zweimal aus der Reihe. 23 % speisen ihren gesamten Strom ins Netz ein, Platz 1 der Großstädte und mehr als die 22 % im Bund. Batteriespeicher gibt es dagegen nur 0,60 je Anlage, Platz 15. Ein Teil dürften ältere Anlagen sein, die gebaut wurden, als die Einspeisevergütung höher war als der Strompreis; 42 % zeigen hauptsächlich nach Süden. Für ein Balkonkraftwerk gilt diese Logik nicht: Es wird nicht vergütet, sein Wert liegt allein im selbst verbrauchten Strom. Den Unterschied der Modelle erklärt Volleinspeisung oder Teileinspeisung.

Eine Studentin in der Wiehre

Ein Zimmer mit kleinem Ostbalkon, 1.200 kWh Verbrauch im Jahr, tagsüber oft in der Universität. Das Gerät mit 900 Wp für 450 € erzeugt 511 kWh, aber nur 236 kWh davon ersetzen Netzstrom, weil der Verbrauch klein ist. Die Ersparnis von 85 € im Jahr bezahlt das Gerät nach 5,3 Jahren. Eine Familie mit 3.500 kWh am Südbalkon käme auf 184 €. Ein alter Zähler darf bis zu seinem Tausch weiterlaufen (§ 10a EEG); mehr dazu auf der Seite Zähler beim Balkonkraftwerk. Ob sich das Gerät bei kleinem Verbrauch rechnet, prüft Lohnt sich ein Balkonkraftwerk.

Was Leser fragen

Ist Freiburg die sonnigste Stadt für ein Balkonkraftwerk?

Unter den 15 hier verglichenen Großstädten nicht ganz: Beim PVGIS-Jahresertrag liegt Freiburg mit 1.121 kWh je kWp auf Platz 3, hinter München (1.137 kWh) und Stuttgart (1.127 kWh). Die Unterschiede sind klein. Im Winterhalbjahr steht Freiburg mit 17,6 % des Jahresertrags auf Platz 2. Für einen Balkon zählen Ausrichtung und Schatten am Haus mehr als dieser Abstand.

Verliert ein Ostbalkon in Freiburg durch den Schwarzwald Ertrag?

Im Stadtgebiet kaum messbar. Der PVGIS-Wert für 79098 berücksichtigt den Geländehorizont bereits, und ein senkrechter Ostbalkon kommt mit 900 Wp auf 511 kWh im Jahr, ein Westbalkon auf 491 kWh. Wer direkt am Hang wohnt, etwa am Rand von Littenweiler oder Günterstal, kann morgens länger im Schatten liegen. Rechnen Sie dann mit einem Abschlag, bei 15 % wären es 434 kWh.

Warum gibt es in Freiburg so viele Balkonkraftwerke je Einwohner?

Das Register nennt keine Gründe, nur Zahlen: 3.034 Geräte bei 237.460 Einwohnern, 12,8 je 1 000 und Platz 1 der Großstädte. Freiburg ist zugleich die kleinste Stadt des Vergleichs; kleinere Städte mit mehr Eigentum und Randlagen liegen meist näher am Bundesschnitt von 18,3. Auch die lange Solartradition der Stadt dürfte eine Rolle spielen, belegen lässt sie sich mit diesen Daten nicht.

Wie viel bringt ein Balkonkraftwerk in Freiburg im Dezember?

Mit 900 Wp senkrecht nach Süden rund 24,5 kWh, im Juni 81 kWh. Der Dezember erreicht in Freiburg 30 % des Juniwerts, in Hamburg nur 18 %. Das liegt vor allem an der südlichen Lage: Im Winter steht die Sonne über Freiburg höher als an der Elbe, und senkrechte Module fangen sie fast frontal ein. Grundlage sind die PVGIS-Monatswerte der Postleitzahl.

Weiterrechnen

Gesetze und Daten

Verfasst von

Herausgeber von Solarrechnern: Ertrag nach Postleitzahl, Eigenverbrauch, Einspeisevergütung

Aktualisiert am · Redaktionsgrundsätze · Kontakt

Fördersätze 2026, nachgelesen am